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Kennzahlen rückrechnen statt übernehmen
Generative Modelle geben Zahlen oft korrekt wieder, manchmal aber auch nicht. Der Unterschied ist im Lesefluss nicht zu erkennen. Deshalb rechnen wir die Kennzahlen anhand des Originalberichts selbst nach und vergleichen sie mit den Angaben in der Zusammenfassung.

Welche Kennzahlen wir nachrechnen
Umsatz, operatives Ergebnis, Jahresüberschuss, Cashflow aus operativer Tätigkeit und Eigenkapitalquote sind die fünf Größen, die wir in jedem Artikel aus dem Bericht selbst bestimmen. Diese fünf genügen, um die Plausibilität einer Zusammenfassung einzuschätzen. Weitere Kennzahlen rechnen wir nur nach, wenn die Zusammenfassung sie hervorhebt.
Typische Abweichungen
In unseren Stichproben sind Abweichungen meist keine Rechenfehler der Modelle, sondern Zuordnungsfragen: Die Zusammenfassung nennt ein „Ergebnis", ohne zu sagen, ob es sich um das operative Ergebnis oder um den Jahresüberschuss handelt. Sie nennt eine „Eigenkapitalquote", ohne anzugeben, ob sie auf das gezeichnete oder auf das bilanzierte Eigenkapital bezogen ist. Solche Zuordnungen klären wir anhand des Berichts und weisen sie im Artikel aus.
Ein Beispiel aus der Praxis
Eine Zusammenfassung nannte einen „Cashflow von 420 Mio. Euro". Der Bericht wies einen Cashflow aus operativer Tätigkeit von 380 Mio. Euro aus und einen Cashflow aus Investitionstätigkeit von 40 Mio. Euro. Die Zusammenfassung hatte beide Größen addiert, ohne das zu sagen. Das ist keine Falschaussage, aber eine ungenaue Zuordnung, die in einer Einordnung irreführend ist.
Was wir im Artikel ausweisen
Zu jeder Kennzahl nennen wir den Betrag, den Stichtag und die Fundstelle im Bericht (Seitenzahl oder Kapitel). Abweichungen zur Zusammenfassung werden in einem eigenen Absatz ausgewiesen. Leserinnen und Leser können so nachvollziehen, wo die Zusammenfassung trägt und wo sie nicht trägt.
Hinweis: Diese Einordnung ersetzt nicht die Lektüre des Originalberichts. Eine Anlageempfehlung geben wir nicht.